Klv 53-0001 (DB)

Rottenkraftwagen
Klv 53-0001
Deutsche Bundesbahn (DB)

 

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Beschreibung
Die ersten an die Deutsche Bundesbahn (DB) ausgelieferten Rottenkraftwagen der Baureihe Klv 53 gleichen technisch den Klv 51 der Bauarten 512. Die beiden Hauptunterschiede zu den Klv 51 sind das neue große Führerhaus und die erhöhte zulässige Höchstgeschwindigkeit. In dem Führerhaus finden neben dem Fahrer noch sechs weiteren Personen Platz. Durch die Vergrößerung des Laufraddurchmessers von 600 mm auf 700 mm und der Erhöhung der maximalen Motordrehzahl von 2.000 U/min auf 2.300 U/min konnte die zulässige Höchstgeschwindigkeit zuerst auf 65 km/h bzw 68 km/h, später auf 70 km/h erhöht werden. Die Beibehaltung der schmalen Ladeflächenstreifen beiderseits des Motorraums bzw. Führerhaus-Podestes ermöglicht weiterhin den Transport von Langmaterial.
Wie bei den ursprünglichen Führerhäusern der Klv 50/51 wählte man auch bei den drei Klv 53-Prototypen zuerst eine Beheizung mittels Zuführung der durch den Kühlventilator am Motor vorbeigeblasenen erwärmten Motorkühlluft. Genügte diese Art der Abluft-Beheizung noch für das kleine Führerhaus der Klv 50/51, so war sie bei dem neuen großvolumigen Führerhaus nicht mehr ausreichend. Zur Steigerung der Heizleistung wurden ab der 7. Bauserie und auch nachträglich bei den zuvor gelieferten Fahrzeugen eine Warmluft-Webasto-Heizung eingebaut.
 
Geschichte
Seit 1955 wurden in großen Stückzahlen die Rottenkraftwagen der Baureihen Klv 50 (ohne Ladekran) und Klv 51 (mit Ladekran, siehe BLE 501) an die DB ausgeliefert. Ein gravierender Nachteil der sonst sehr gelungenen Konstruktion ist die fehlende Möglichkeit den Rottenarbeitern eine wettergeschützte und beheizte Transportmöglichkeit bieten zu können. Bis zu 12 Personen durften auf der mit einer Plane abdeckbaren Ladefläche transportiert werden. Desweiteren wirkt sich die niedrige zulässige Höchstgeschwindigkeit von nur 50 km/h bei einem Einsatz auf Hauptstrecken als Hindernis für den Bahnbetrieb aus.
Daher entwickelte Anfang der 1960er Jahre das BZA München in Zusammenarbeit mit der Firma Schöma für die Klv 50/51 ein größeres Führerhaus. Ein erstes Prototypen-Führerhaus wurde auf einem Klv 50 aufgebaut und getestet. Mit einigen Konstruktionsänderungen am Führerhaus lieferte Schöma dann 1963 und 1964 drei „Klv 51 in Sonderausführung“. Diese behielten zunächst ihre aus der Klv 51-Serienlieferung stammenden Betriebsnummern Klv 51-9162, Klv 51-9163 und Klv 51-9164. Aufgrund der deutlichen Abweichungen zum Serien-Klv 51 wurde für diese Fahrzeuge 1964 noch vor dem Start der Serienlieferung die neue Baureihe Klv 53 geschaffen. Den drei Prototypen wurden die Betriebsnummern Klv 53-0001, Klv 53-0002 und Klv 53-0003 zugewiesen.
Die Auslieferung der Baureihe Klv 50 war zu diesem Zeitpunkt schon abgeschlossen. Während noch bis 1965 die letzten im Bau befindlichen Fahrzeuge der Baureihe Klv 51 ausgeliefert wurden, lief schon ab 1964 die Serienlieferungen der neuen Baureihe Klv 53 mit dem Klv 53-0004 bei Schöma an. Fast alle bei den Prototypen vollzogenen Änderungen zum Klv 51 wurden übernommen. Nur die Ladetür auf der linken Führerhausseite (hinter dem Fahrersitz) fand keinen Eingang in die Serienfertigung und wurde später auch bei den Prototypen wieder ausgebaut. Von den ausgelieferten Klv 50/51 wurde kein Fahrzeug zu einem Klv 53 umgebaut.
Im Zeitraum von 1963 bis 1981 wurden 824 Fahrzeuge der Baureihe Klv 53 in 13 Bauserien von der DB beschafft. Ihre Motorleistung wurde im Laufe der Auslieferungen von ursprünglich 77 PS (Deutz F4L 514) ab dem Klv 53-0139 (1970) auf 116 PS (Deutz F6L 413 V) und ab dem Klv 53-0685 (1979) auf 150 PS (Deutz F6L 413 F) gesteigert. Es kamen mit den Atlas AK 1400 DB, AK 3001 DB, AK 3006 DB, AK 3006 A DB und dem Meiller MK 60 R DB fünf verschiedene hydraulische Ladekräne zur Verwendung. Außerdem wurden sechs Klv 53 mit dem hydraulischen Atlas-Hubkorb AK 1400 H ausgeliefert (siehe Klv 53-0354).
Der Klv 53-0001 ist der noch mit der ursprünglichen Betriebsnummer Klv 51-9162 ausgelieferte erste Prototyp dieser Baureihe. Noch 1964 umnummeriert, wurde er an den Gleisbauhof Hamburg-Harburg ausgeliefert.
Wie auch die ersten Serien-Klv 53 war er als Bauart 530 mit einem Atlas-Ladekran vom Typ AK 1400 DB ausgestattet. Ende 1965 wurde dieser Ladekran gegen den weiterentwickelten stärkeren Atlas-Ladekran AK 3001 DB ausgetauscht. Nach erfolgreichen Tests wurden auch die daraufhin gebauten Klv 53-Bauserien ab der Betriebsnummer Klv 53-0017 mit diesem Ladekran als neue Bauart 531 ausgeliefert.
Ende der 1990er Jahre wurde er nach Freiburg i. Br. versetzt. Nach einem Schaden an der Motor-Ölwanne wurde er defekt abgestellt. Im Jahr 2000 wurde er dort von Eisenbahnbedarf Bad Nauheim gekauf und am 12.02.2003 nach Friedberg (Hessen) transportiert. Nach der Reparatur und Wiederinbetriebnahme wurde er zusammen mit dem Hubkorb-Klv 53-0354 im Jahr 2007 nach Butzbach transportiert. Hier steht er den BLE-Freunden zur Verfügung.
 
Besonderes
Von der Firma Brawa ist ein motorisiertes Modell des Klv 53 im Maßstab H0 erhältlich.
Von der Firma Märklin ist ein motorisiertes Modell des Klv 53 im Maßstab 1 erhältlich.
 
Technische Daten
Hersteller:                    Christoph Schöttler Maschinenfabrik GmbH (Schöma), Diepholz
Baujahr:                       1963
Fabrik-Nr.:                   2692
Herstellertyp:               Schwerer Rottenkraftwagen in Versuchsausführung
DB-Stammnummer:        Klv 53
DB-Bauart:                   14.01.1964  -  530
09.12.1965  -  531
Motor:                         luftgekühlter 4-Zylinder 4-Takt KHD-Diesel-Motor F 4 L 514
Hubraum:                     5.322 ccm
Leistung:                     56 kW (77 PS)
Höchstgeschwindigkeit:  70 km/h
Schaltgetriebe:             ZF Kb 40 D, 4-Gang
Wendegetriebe:             Prometheus VWG 1-150
Bremse:                       Scheiben-Backenbremse, an allen 4 Rädern
Betriebsbremse:            WAdi (Westinghouse-Autobremse direkt-indirekt), pneumatisch,
auf alle 4 Räder wirkend
Feststellbremse:            Handhebel-Seilzugbremse, mechanisch,
auf 1 Hinterrad wirkend
Tankinhalt:                   100 l
Karosserie:                   1-türig
Länge:                         6.370 mm
Breite:                         2.620 mm
Höhe (über SO):            3.050 mm
Achsstand:                   3.750 mm
Achsfolge:                    B
Eigengewicht:               7.000 kg
Dienstgewicht:             
Ladegewicht:                8.000 kg
zulässige Anhängelast:
zugelassene Personen:    6 + 1 Fahrer
Ladekran:                     14.01.1964  -  hydraulischer Atlas-Ladekran AK 1400 DB
09.12.1965  -  hydraulischer Atlas-Ladekran AK 3001 DB
Hubkraft:                     3.000 kg
Ausladung:                   3.750 mm
Hubhöhe:                     4.300 mm
Sonstiges:      
 
Lebenslauf (siehe auch unter nebenfahrzeuge.de)

Eigentümer /                                                       Deutsche Bundesbahn (DB) /
Betriebs-Nr.:                 14.01.1964                         Klv 51-9162
__.__.1964                         Klv 53-0001
                                                                          Deutsche Bahn (DB) /
01.01.1994                         Klv 53-0001
                                                                          Eisenbahnbedarf Bad Nauheim (EBN) /
18.12.2000                          Klv 53-0001
Bestellung:                   18.06.1963                          Nr. 31.0143, BZA München, Dezernat 34
Rechnungs-Nr.:            
Kaufpreis:                                                             28.700,00 DM
Lieferung:                    10.12.1963
Endabnahme:                14.01.1964                          MA Hamburg-Harburg, Abnahmefahrt Harburg – Buxtehude – Harburg
Stationierung:               14.01.1964  -  31.12.1979      Gleislager Harburg, Bw Hamburg-Harburg, BD Hamburg
                                  01.01.1980  -  22.02.1996      Bw Hamburg-Wilhelmsburg (DB)
                                  22.02.1996  -  __.__.____      ?
                                  __.__.____  -  12.02.2003      Bw Freiburg i. Br. (DB, EBN)
                                  12.02.2003  -  13.07.2007      Friedberg (Hessen) (EBN)
                                  13.07.2007                           Butzbach Nord (EBN)
Ausmusterungsantrag:
Ausmusterung:
Untersuchungen:           14.01.1964                          Erstabnahme (bis 14.01.1968)
MA Hamburg-Harburg (DB)
                                  01.07.1965  -  07.07.1965      Nf0
AW Bremen (DB)
                                  14.09.1965  -  07.10.1965      Nf0
AW Bremen (DB)
                                  30.11.1965  -  09.12.1965      Nf0
AW Bremen (DB)
                                  03.10.1966  -  06.10.1966      Nf0
AW Bremen (DB)
                                  01.12.1966  -  28.12.1966      Nf0/S
AW Bremen (DB)
                                  23.01.1969  -  23.02.1969      Nf2
AW Bremen (DB)
                                  19.12.1969  -  08.01.1970      U0
AW Bremen (DB)
                                  16.08.1972  -  28.08.1972      U0
AW Bremen (DB)
                                  06.11.1973  -  18.12.1973      U0/9 (Bremsanlage geändert)
AW Bremen (DB)
                                  24.10.1974  -  21. 11.1974     U2 (bis 21.11.1978)
AW Bremen (DB)
                                  02.11.1978                         1. Verlängerung (bis 21.11.79)
MA Hamburg (DB)
                                  12.11.1979                         2. Verlängerung (bis 21.11.1980)
MA Hamburg (DB)
                                  06.06.1980  -  22.10.1980      U2/9 (bis 22.10.1984)
AW Bremen (DB)
                                  26.09.1981                          1. Verlängerung
                                  27.08.1982                          Neufassung EBO §32 (bis 22.10.1986)
                                  06.10.1986                          1. Verlängerung (bis 22.10.1987)
Bw Hamburg 4 (DB)
                                  09.06.1987  /  12.10.1987      2. Verlängerung (bis 22.10.1988)
Bw Hamburg 4 (DB)
                                  28.10.1988  -  25.11.1988      N1 (bis 22.10.1992)
Bw Hamburg 4 (DB)
                                  19.10.1992  -  23.10.1992      N1.2 (bis 22.10.1994)
Bw Hamburg 4 (DB)
                                  07.11.1994  -  07.02.1995      N2.0 (bis 07.02.2001)
Werk Stendal Ost (DB)